Sehr geehr­te Frau Schmidt, sehr geehr­ter Herr Schmidt,

Dewe­zet, 02.02.2019

gerne würde ich Ihnen diese Zeilen auf direk­tem Wege schrei­ben.

Es ist ja nicht so, dass ich nicht per­sön­lich erreich­bar wäre. Ich habe eine Web­sei­te (diese hier), eine Tele­fon­num­mer, eine EMail-Adres­se und sogar eine Post­an­schrift. Alles öffent­lich.

Leider haben Sie es jedoch vor­ge­zo­gen, sich an die Dewe­zet zu wenden. Um über mich zu schrei­ben, mir Dinge in den Mund zu legen, die ich nicht gesagt habe und sich dann anschlie­ßend über diese nicht gesag­ten Dinge auf­zu­re­gen.

Sie behaup­ten, ich würde in Bezug auf den Oster­tor­wall emp­feh­len, dass man als Fahr­rad­fah­rer in ver­kehrs­tech­nisch pro­ble­ma­ti­schen Situa­tio­nen robust sein solle.

Schau­en wir uns doch mal an, wie ich kon­kret zitiert werde.

Lars Rei­ne­ke findet die Situa­ti­on dort grund­sätz­lich okay, räumt aber ein, man müsse „robust“ sein und Selbst­ver­trau­en beim Ein­ord­nen haben. Wenn andere die Situa­ti­on als gefähr­lich emp­fin­den, sei die Situa­ti­on unbe­frie­di­gend.

(Dewe­zet, 17.01.2019)

Ich zeich­ne Inter­views mit der Dewe­zet nicht auf und rede auch nicht druck­reif, aber grund­sätz­lich stimmt das schon so.

Ich werde ver­mut­lich sowas gesagt haben wie: »Ich per­sön­lich habe dort keine Pro­ble­me, aber ich bin auch ein rela­tiv erfah­re­ner Rad­fah­rer mit einem gewis­sen Selbst­ver­trau­en. Man muss da beim Ein­ord­nen schon eini­ger­ma­ßen robust sein, ich kann mir schon vor­stel­len, dass andere dort die Situa­ti­on als gefähr­lich emp­fin­den, das ist dann natür­lich unbe­frie­di­gend.«

Aber selbst aus dem gedruck­ten Zitat heraus mir zu unter­stel­len, dass ich ins­be­son­de­re Eltern oder Kin­dern emp­feh­len würde, sich dort ein­fach »robust« zu ver­hal­ten und ihre Vor­fahrt zu erzwin­gen, erfor­dert schon sehr viel bösen Willen mir gegen­über.

Auszug Dewe­zet 17.01.2019

Im wei­te­ren Ver­lauf Ihres Leser­briefs ärgern Sie sich über die Ampel­schal­tung an der Rechts­ab­bie­ger­spur Rich­tung Oster­tor­wall und igno­rie­ren dabei völlig, dass ich selbst im Ori­gi­nal­ar­ti­kel ange­regt habe, genau diese Schal­tung noch­mal zu über­den­ken, sie ggf. sogar zurück­zu­bau­en.

Und auch Ihren Vor­schlag, sich in ande­ren Städ­ten abzu­schau­en, wie zukunfts­ori­en­tier­te Ver­kehrs­pla­nung aus­sieht, unter­stüt­ze ich in vollem Umfang.

Alles das hätten Sie von mir per­sön­lich erfah­ren können. Wenn Sie mich direkt ange­spro­chen und nicht den Weg des Dewe­zet-Leser­briefs gewählt hätten.

Schade eigent­lich.