Haus­meis­ter der Stadt Hameln testet Lastenrad

»Ich ent­las­te Städte«, DLR

Im Febru­ar berich­te­te ich dar­über, dass das Deut­sche Luft- und Raum­fahrt­zen­trum test­wei­se Las­ten­rä­der für die gewerb­li­che Nut­zung zur Ver­fü­gung stellt. Dazu gibt es jetzt neue, posi­ti­ve Nach­rich­ten. Der Haus­meis­ter der Stadt Hameln, zustän­dig für den Bereich Fami­lie und Sozia­les, wird näm­lich ein sol­ches Rad für die kom­men­den zwei Monate pro­be­fah­ren.

Beson­ders erfreu­lich: Ist der Test ein Erfolg, so plant die Stadt die Anschaf­fung eines eige­nen Lastenrades.

Der Name »Long John« aus der Pres­se­mit­tei­lung der Stadt bezeich­net übri­gens nicht den Haus­meis­ter son­dern die spe­zi­el­le Bau­form dieses Rades. Welche gän­gi­gen Formen es noch gibt, erfährt man in dieser Bil­der­ga­le­rie.

Pod­cast: »Rad­funk« auf Deutsch­land­funk Nova

Pod­cast »Rad­funk« / Grafik: DLF Nova

Wer auf seiner Fahrt in den Urlaub schnell mal Lan­ge­wei­le bekommt oder auch am Strand nicht so recht weiß, was er mit sich anfan­gen soll, dem sei an dieser Stelle der wirk­lich aus­ge­zeich­ne­te Pod­cast »Rad­funk« vom Deutsch­land­funk Nova empfohlen.

Zunächst auf 6 Epi­so­den aus­ge­legt, beleuch­tet der Pod­cast ins­be­son­de­re viele Fragen, die sich beim Rad­fah­ren im Alltag erge­ben: Darf ich auf der Straße fahren? Wenn ja, wann? Warum gibt es immer wieder Kon­flik­te mit Auto­fah­rern? Und wie bringe ich meine Kinder auf dem Rad sicher durch den Straßenverkehr?

Dazu gibt es noch ver­schie­de­ne kleine Videos, zum Bei­spiel dar­über, wie man sein Rad rich­tig ein­stellt, oder wie man Unfäl­le beim Öffnen von Auto­tü­ren vermeidet.

Alle Folgen sind nie länger als 90 Minu­ten und jede ein­zel­ne ist sehr infor­ma­tiv, da die beiden Mode­ra­to­ren gar keine aus­ge­wie­se­nen Fahr­rad­ex­per­ten sind, son­dern das Thema »Rad­ver­kehr« ganz unvor­ein­ge­nom­men ange­hen und daher den Stu­dio­gäs­ten Fragen stel­len, die auch Men­schen bewe­gen, die sich nicht jeden Tag mit dem Rad beschäftigen.

Die Epi­so­den lassen sich ein­zeln her­un­ter­la­den (und mit­neh­men) oder auch in der App »Dlf Audio­thek« abspie­len.

Unbe­ding­te Hör­emp­feh­lung, auch für (Noch-)Nicht-Radfahrer.

STADTRADELN 2018 beginnt am 14.05.

Am Montag, dem 14.05.2018, beginnt in Hameln das STADTRADELN.

Ziel ist es, in drei Wochen so viele Kilo­me­ter wie mög­lich auf dem Rad zurück­zu­le­gen. Das kann auf dem Weg zur Arbeit, in der Frei­zeit oder auch im Urlaub gesche­hen. Ein­zi­ge Bedin­gung, um in Hameln mit­zu­ma­chen, ist die Zuge­hö­rig­keit zu einem Hamel­ner Team. Das kann jeder selbst grün­den, man kann sich aber auch ganz ein­fach einem offe­nen Team anschlie­ßen. Es ist auch nicht erfor­der­lich, gemein­sam im Team zu fahren, ledig­lich die Kilo­me­ter werden dem Team zugerechnet.

Die Stadt Hameln hat bereits ein offe­nes Team erstellt, ein spä­te­rer Wech­sel ist aber auch noch mög­lich. Die Kilo­me­ter können per App oder online auf der Web­sei­te ein­ge­tra­gen werden.

Ziel des Stadt­ra­delns ist es - neben der Mög­lich­keit, Preise zu gewin­nen - dass nicht nur mög­lichst viele Bür­ge­rin­nen und Bürger das Fahr­rad benut­zen, son­dern auch, dass ins­be­son­de­re die poli­ti­schen Ent­schei­dungs­trä­ger und Ver­wal­tungs­mit­ar­bei­ter aktiv teil­neh­men, um die ört­li­che Fahr­rad­in­fra­struk­tur im wahrs­ten Sinne des Wortes zu »erfah­ren«.

Umso mehr freut mich, dass die Stadt­ver­wal­tung bereits eines der größ­ten Teams stellt.

Am Montag (14.05.) um 12:00 Uhr mit­tags wird es eine kleine Auf­takt­ver­an­stal­tung geben, bei der gemein­sam mit dem Ober­bür­ger­meis­ter vom Rat­haus bis zum Pfer­de­markt gefah­ren wird und auch noch ein paar Worte zur Aktion an die Teil­neh­mer gerich­tet werden.

Die Fahr­rad­selbst­hil­fe­werk­statt sucht Unterstützung

© Jorge Royan / http://www.royan.com.ar
via Wiki­me­dia Commons

Viel­leicht lesen hier auch manche mit, die nicht nur gerne Fahr­rad fahren, son­dern auch mal an ihren Rädern herum schrau­ben und Repa­ra­tu­ren selbst vornehmen.

Wenn ja:

Gesucht wird eine ehren­amt­li­che Unter­stüt­zung für die Fahr­rad­werk­statt im Eng­li­schen Vier­tel, die mitt­woch­nach­mit­tags die Selbst­hil­fe­werk­statt beglei­ten und bei Repa­ra­tu­ren bera­tend und unter­stüt­zend helfen kann.

Das Ange­bot sollte zumin­dest alle 14 Tage statt­fin­den, eine Auf­wands­ent­schä­di­gung ist bis zu 50 Euro im Monat möglich.

Inter­es­sier­te wenden sich bitte an:

Swana Anders
Koor­di­nie­rungs­stel­le Migra­ti­on und Teilhabe

Land­kreis Hameln-Pyrmont
Sün­tel­stra­ße 9
31785 Hameln
Tele­fon: 05151 / 903-3012
E-Mail: swana.anders@hameln-pyrmont.de

Update: Ver­kehrs­in­for­ma­tio­nen für den Radverkehr

Diese Infor­ma­ti­on sahen Auto­fah­rer heute, die über die B83 nach Hameln gefah­ren sind.

Es ist jetzt ziem­lich genau einen Monat her, dass ich die Stadt­wer­ke Hameln gefragt habe, ob man die Ver­kehrs­in­for­ma­ti­ons­sys­te­me am Orts­ein­gang nicht für Sicher­heits­hin­wei­se mit Bezug auf den Rad­ver­kehr nutzen könne.

Nach sehr kurzer Zeit habe ich tat­säch­lich die posi­ti­ve Ant­wort erhal­ten, dass man diese Anre­gung gerne auf­grei­fen und die Anzei­ge­ta­feln ab März ent­spre­chend schal­ten würde.

Hin und wieder habe ich mal vor Ort nach­ge­schaut, und heute habe ich zum ersten Mal einen der vor­ge­schla­ge­nen Texte live und in Farbe an der B83 / Fisch­be­cker Land­stra­ße gesehen.

Daher kann ich hier nun das Ergeb­nis prä­sen­tie­ren und möchte mich auch an dieser Stelle noch mal ganz herz­lich bei den Hamel­ner Stadt­wer­ken für die unbü­ro­kra­ti­sche Umset­zung bedanken!

DeWe­Zet-Arti­kel vom 24.02.2018

In der Sams­tags­aus­ga­be der DeWe­Zet vom 24.02.2018 erschien ein län­ge­rer Arti­kel über mein Amt als Fahr­rad­be­auf­trag­ter, zu dem ich hier gerne noch ein paar Anmer­kun­gen und Ergän­zun­gen machen möchte.

Eine Zei­tungs­sei­te ist nur begrenzt groß, so dass einige Aus­sa­gen ver­ständ­li­cher­wei­se gekürzt werden muss­ten. Hier habe ich den Platz, dazu noch etwas mehr auszuführen.

Grund­sätz­lich passt das schon alles so, wie ich dort zitiert werde, aber viel­leicht hilft die eine oder andere Hin­ter­grund­in­for­ma­ti­on doch noch zur Einordnung.

Also, los geht’s:

 

»Nur 22 Pro­zent der Fahr­ten sind über 5 Kilo­me­ter« […] »78 Pro­zent sind nicht nötig«

Das habe ich zwar im Gespräch bestimmt irgend­wie so gesagt, aber die Aus­sa­ge ist etwas ver­ein­facht und bedarf einer Erklä­rung. (Außer­dem: Ich spre­che auch nicht immer druckreif.)

Diese Zahlen habe ich mir natür­lich nicht aus­ge­dacht, son­dern sie lassen sich auch auf der Web­sei­te der Stadt Hameln wie­der­fin­den. Im Doku­ment »Rah­men­pla­nung Ver­kehr Tras­sen­va­ri­an­ten« (hier zu finden) ist auf Seite 7 der Null­fall 2012 des Kfz-Ver­kehrs abgebildet.

Beson­ders erhel­lend ist dabei diese Tabelle:

Inter­es­sant sind hier die letz­ten beiden Spal­ten. Der Bin­nen­ver­kehr (Start und Ziel liegen in Hameln) legt im Schnitt 1,8 km zurück, das ist in der Tat erschre­ckend wenig, um dafür extra das Auto anzu­las­sen. Der Ziel-/Quell­ver­kehr, wenn also ent­we­der Ziel oder Start in Hameln liegen, fährt im Schnitt 4,6 Kilo­me­ter Stre­cke. Beide zusam­men haben damit einen Anteil an den Gesamt­ki­lo­me­tern von 78%. Das ist etwas ande­res als »78% der Fahrten«.

Klar ist jedoch: Der größte Teil des Kfz-Ver­kehrs ist ver­meid­bar, weil selbst untrai­nier­te Radler 5 Kilo­me­ter mit dem Fahr­rad in der Regel in 20 Minu­ten absol­vie­ren können (und 1,8 Kilo­me­ter erst recht).

Das heißt selbst­ver­ständ­lich jedoch nicht, dass jede Auto­fahrt unter einer bestimm­ten Stre­cken­län­ge unsin­nig ist. Es gibt Men­schen, die aus gesund­heit­li­chen Grün­den auf das Auto ange­wie­sen sind, und dass bei hef­ti­gem Regen nicht jeder Lust hat, aufs Rad zu stei­gen, ver­ste­he ich auch.

Mir geht es jedoch darum, dass man sich viel­leicht mal fragt, ob es wirk­lich nötig ist, die 2 km zur Schule, zum Wochen­markt oder zum Beklei­dungs­ge­schäft in der Innen­stadt wirk­lich mit dem Auto zurück­le­gen zu müssen. Und wenn durch diese Über­le­gung zumin­dest die 25% mit einer durch­schnitt­li­chen Stre­cke von 1,8 km ein­ge­spart werden könn­ten, wäre das ja schon mal was.

 

»dass Auto­fah­rer einen Meter Abstand halten müssen beim Überholen«

Das war bestimmt ein Miss­ver­ständ­nis, aber das kann ja passieren.

Oft genug wäre man als Rad­fah­rer zwar froh, wenn Auto­fah­rer wenigs­tens einen Meter Abstand beim Über­ho­len hiel­ten, aber erklärt habe ich, dass ich in der Scharn­horst­stra­ße als Rad­fah­rer einen Meter Abstand zu den wei­ter­hin dort par­ken­den Autos halten muss, weil sich dort jeder­zeit Türen öffnen können.

Damit fahre ich bereits fast in der Fahrbahnmitte.

Wer mit dem Auto aber einen Rad­fah­rer über­ho­len will, muss 1,50 Meter Abstand halten (wenn Kinder hin­ten­drauf sitzen sogar zwei Meter). Das ist bei der Breite der Scharn­horst­stra­ße aber nicht möglich.

Soll heißen: Ein Rad­fah­rer, der dort vor­schrifts­mä­ßig fährt, ist von einem Auto nicht in gebüh­ren­dem Abstand zu über­ho­len, also muss sich der Auto­fah­rer gedulden.

Das müsste er auch ohne Fahr­rad­stra­ße, aber der Umstand, dass dort Kraft­fahr­zeu­ge nur »zu Gast« sind, hilft hof­fent­lich, dass man als Rad­fah­rer dort etwas unbe­hel­lig­ter bleibt (als zum Bei­spiel in der Deis­ter­stra­ße, wo man regel­mä­ßig ange­hupt oder stadt­aus­wärts ille­gal über zwei durch­ge­zo­ge­ne Linien hinweg über­holt wird).

 

»wünscht er sich […] dass der alte Bahn­damm vom Guten Ort in Rich­tung Weser ein Radweg wird«

Das wün­sche ich mir zwar auch, es sei aber der Voll­stän­dig­keit halber erwähnt, dass das nicht meine Idee ist, son­dern ein Vor­schlag, den mir ein Hamel­ner Bürger gleich als einer der ersten tele­fo­nisch über­mit­tel­te, und den er - wie er mir am Tele­fon berich­te­te - auch bereits in der Ver­gan­gen­heit schon einmal an ande­rer Stelle ange­spro­chen hatte.

Es geht dabei um einen Bahn­damm nörd­lich der Ruthen­stra­ße, der am Gaso­me­ter ent­lang­läuft und auf die alte Eisen­bahn­brü­cke trifft.

Wie rea­lis­tisch es ist, dass diese unge­nutz­te Bahn­stre­cke zu einem Radweg umge­wid­met werden kann, vermag ich nicht zu sagen, aber ich halte das trotz­dem für einen span­nen­den und inter­es­san­ten Vorschlag.

 

»Einen Helm trägt er nur, wenn […] die Stra­ßen­ver­hält­nis­se schlecht sind oder er vorhat, eine steile Abfahrt zu nehmen.«

Das klingt fast so, als hätte ich immer einen Fahr­rad­helm in der Tasche, den ich auf­set­ze, wenn ich am Hori­zont ein Schlag­loch sehe oder mich ent­schlie­ße, jetzt doch diesen einen Berg hinunterzufahren.

So ist es natür­lich nicht.

Einen Helm trage ich auf dem Fahr­rad eigent­lich nur beim Sport, was bei mir mehr oder weni­ger gleich­be­deu­tend ist mit: »Wenn ich das Renn­rad benutze.«

Im Alltag trage ich übli­cher­wei­se keinen Helm. Nicht nur, weil ich ihn lästig finde, son­dern weil ich über­zeugt bin, dass man mit einer Fahr­rad­in­fra­struk­tur, die auch Fehler ver­zeiht, wesent­lich besser zur Sicher­heit von Rad­fah­ren­den bei­tra­gen kann, als mit einem Fahrradhelm.

Aber das ist ein so großes Thema, dass ich das zu einem spä­te­ren Zeit­punkt aus­füh­ren werde.

Wer sich mit Helm siche­rer fühlt, soll gerne einen tragen. Und Kin­dern sowie Fahr­rad­an­fän­gern würde ich eben­falls das Tragen eines Helmes empfehlen.

Ver­kehrs­in­for­ma­tio­nen für Rad­ver­kehr nutzen

Der­zei­ti­ge Anzeige

Wer schon mal mit dem Auto auf einer der Bun­des­stra­ßen B1, B83 oder B217 nach Hameln hinein gefah­ren ist, dem sind sicher irgend­wann die digi­ta­len Ver­kehrs­in­for­ma­ti­ons­sys­te­me auf­ge­fal­len, die am Orts­ein­gang am Stra­ßen­rand stehen und die gelb auf schwarz hin und wieder Ver­an­stal­tun­gen bewer­ben oder oft ein­fach nur »Fair im Ver­kehr« oder ähn­li­che Stan­dard­tex­te anzeigen.

Bei­spiel aus Berlin (Foto: VIZ Berlin)

Heute auf Twit­ter habe ich gese­hen, dass die Ver­kehrs­in­for­ma­ti­ons­zen­tra­le Berlin eine meiner Mei­nung nach sehr gute Idee spon­tan umge­setzt hat:

Sie nutzt die Info­sys­te­me unter ande­rem, um Auto­fah­rer vor typi­schen Feh­lern im Umgang mit Rad­fah­ren­den zu bewah­ren, indem sie auf kor­rek­tes Ver­hal­ten hin­weist, z.B. beim Über­ho­len 1,5m Abstand zu halten, auf­merk­sam beim Öffnen von Auto­tü­ren zu sein und beim Abbie­gen den Schul­ter­blick nicht zu vergessen.

Die Ber­li­ner Sys­te­me schei­nen etwas brei­ter zu sein und eine höhere Auf­lö­sung zu haben, ich habe daher ein­fach mal die Texte ent­spre­chend ange­passt, damit sie auf den Hamel­ner Sys­te­men ange­zeigt werden können.

Eigene Vor­schlä­ge

Den Vor­schlag habe ich vorhin an die Stadt­wer­ke Hameln geschickt und bin gespannt, ob sich so etwas hier auch umset­zen lässt, der Auf­wand dürfte ja eigent­lich über­schau­bar sein.

Bei­spiel aus Berlin (Foto: VIZ Berlin)

Gerade erst war in der Presse zu lesen, dass ein Schü­ler auf der Grö­nin­ger Straße von einer sich öff­nen­den Auto­tür erfasst wurde und ins Kran­ken­haus ein­ge­lie­fert werden musste.

Wenn sich solche gefähr­li­chen Situa­tio­nen mit wenig Auf­wand ver­mei­den ließen, indem man Auto­fah­re­rIn­nen an eigent­lich selbst­ver­ständ­li­che Regeln erin­nert, die in jeder Füh­rer­schein­prü­fung abge­fragt werden, wäre das meines Erach­tens eine sinn­vol­le Nut­zung der Ver­kehrs­in­for­ma­ti­ons­sys­te­me, ins­be­son­de­re wenn auf diesen ohne­hin gerade keine Ver­an­stal­tung bewor­ben wird.

 

»Ich ent­las­te Städte«

Foto: DLR

Das Deut­sche Luft- und Raum­fahrt­zen­trum, das sich - anders als der Name ver­mu­ten lässt - unter ande­rem auch mit For­schun­gen zu urba­ner Mobi­li­tät beschäf­tigt, ist auf der Suche nach Unter­neh­men und öffent­li­chen Ein­rich­tun­gen, die übli­cher­wei­se mit dem Kfz inner­halb der Stadt unter­wegs sind und gerne mal für drei Monate die Vor­tei­le eines Las­ten­ra­des aus­pro­bie­ren wollen.

Ob Schorn­stein­fe­ger oder Sani­täts­haus, ob Apo­the­ke oder Hand­wer­ke­rin: Viele Fahr­ten zu Kunden und Geschäfts­part­nern ließen sich eben­so­gut mit dem Rad erle­di­gen, und man spart dabei oft­mals nicht nur Zeit und Nerven (für die Park­platz­su­che), son­dern auch Betriebs­kos­ten, för­dert die Gesund­heit der Mit­ar­bei­te­rIn­nen und schont die Umwelt.

Die Aktion heißt »Ich ent­las­te Städte« und funk­tio­niert so:

  • Inter­es­sier­te Unter­neh­men können sich online bewer­ben.
  • Das DLR wählt je nach Ver­füg­bar­keit der Las­ten­rä­der geeig­ne­te Bewer­ber aus.
  • Der Ver­trag wird einem Ser­vice­part­ner wird geschlos­sen, und
  • das jeweils geeig­ne­te Las­ten­rad wird nach einer Ein­wei­sung übergeben.

 

Um die wis­sen­schaft­li­che Aus­wer­tung zu ermög­li­chen, ver­pflich­ten sich die Teil­neh­mer dazu, ent­spre­chen­de Fra­ge­bö­gen zu beant­wor­ten, die Erfah­run­gen in einem kurzen Gespräch zu schil­dern und eine spe­zi­el­le App zu verwenden.

Es stehen der­zeit 17 ver­schie­de­ne Model­le in unter­schied­lichs­ten Bau­for­men zur Ver­fü­gung, so dass für jeden Inter­es­sen­ten das pas­sen­de Rad zur Ver­fü­gung gestellt werden kann. Wer sich die Räder anschau­en und auch direkt eine Pro­be­fahrt machen möchte, hat dazu am Don­ners­tag dem 1. März 2018 auf der Road­show in Han­no­ver die Gelegenheit.

Foto: DLR

Mit etwas Glück und einer recht­zei­ti­gen Bewer­bung besteht sogar die Mög­lich­keit, das Tes­t­rad von der Road­show direkt mitzunehmen.

Wer geeig­ne­te Unter­neh­me­rIn­nen kennt und ihnen von der Aktion berich­ten möchte, bekommt hier eine über­sicht­li­che Zusam­men­fas­sung des ganzen Pro­jek­tes in diesem PDF-Doku­ment zum Download.

Das BYPAD-Ver­fah­ren

Frage 3 von 30

Die Stadt Hameln nimmt erneut am Audit zum BYPAD-Ver­fah­ren teil.

»BYPAD« steht für »Bicy­cle Policy Audit«, zu deutsch etwa »Bewer­tung der Radverkehrspolitik«.

Hier liegt der Fokus jedoch weni­ger auf kon­kre­ten Maß­nah­men, son­dern es geht eher darum, eine Ein­schät­zung zu bekom­men, wie ziel­ge­rich­tet und mit wel­cher Effi­zi­enz auf kom­mu­na­ler Ebene (also im Rat­haus) Rad­ver­kehrs­po­li­tik betrie­ben wird.

Diese Ein­schät­zung wird anhand eines Fra­ge­bo­gens vor­ge­nom­men, der ins­ge­samt 30 Fragen umfasst und der von ver­schie­de­nen Betei­lig­ten aus­ge­füllt wird. Zur Beant­wor­tung der Fragen sind ca. 2 Stun­den ver­an­schlagt, und das ist wahr­lich nicht zu hoch gegrif­fen, denn die Fragen sind zum Teil sehr schwer zu beantworten.

Die ein­fa­che­ren Fragen sind noch die­je­ni­gen, die sich auf Maß­nah­men bezie­hen, die auch von Außen­ste­hen­den wahr­ge­nom­men werden können.

Zum Bei­spiel: Gibt es an wich­ti­gen Hal­te­stel­len Fahr­rad­ab­stell­mög­lich­kei­ten? Ein­fa­che Ant­wort: Ja, gibt es. So weit, so gut.

Aber: Folgt die Plat­zie­rung einem bestimm­ten Kon­zept? ¯\_(ツ)_/¯

Beson­ders schwie­rig sind die Fragen, die sich auf ver­wal­tungs­in­ter­ne Vor­gän­ge bezie­hen: In wel­chem Umfang unter­hal­ten sich die Abtei­lun­gen inner­halb der Ver­wal­tung unter­ein­an­der über Rad­ver­kehrs­po­li­tik? Ist der Rad­ver­kehr Thema bei inter­kom­mu­na­len Zusam­men­künf­ten? Nehmen Ver­wal­tungs­mit­ar­bei­ter an kon­kre­ten Fort­bil­dungs­maß­nah­men teil? Welche Len­kungs­gre­mi­en / Arbeits­grup­pen gibt es?

Da kann man als Außen­ste­hen­der manch­mal nur mut­ma­ßen. Es wurden zwar bereits viele Maß­nah­men zur Ver­bes­se­rung der Fahr­rad­in­fra­struk­tur umge­setzt, aber ob das mit einer kon­kre­ten und klar defi­nier­ten Ziel­set­zung erfolgt ist, kann ich der­zeit nicht beantworten.

Ich werde die Fragen daher mit Sicher­heit noch ein paar Mal durch­ge­hen müssen, um zu eini­ger­ma­ßen objek­ti­ven Ant­wor­ten zu gelan­gen und vor allem auch den einen oder ande­ren Kom­men­tar und Ver­bes­se­rungs­vor­schlag zu for­mu­lie­ren. Da an der Befra­gung aber auch u.a. Ver­wal­tungs­mit­ar­bei­ter teil­neh­men, bin ich gespannt, zu wel­chen Ein­schät­zun­gen die ande­ren Betei­lig­ten kommen.

Grund­sätz­lich ist aber schon allein die Teil­nah­me der Stadt am BYPAD-Ver­fah­ren zu begrü­ßen. Denn nur, wer bereit ist, seine Schwach­stel­len zu benen­nen, zeigt glaub­wür­di­ges Inter­es­se an deren Beseitigung.